LANDESKINDERTANZFESTIVAL 2015 SCHAUMAR

IX. ungarndeutsches Landesvolkstanzfest für Kinder in Schaumar
Kindertanzgruppen auf hohem Niveau

 Zum neunten Mal veranstalteten der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen sowie die Großgemeinde Schaumar bei Budapest das traditionelle Landestanzfestival für Kindervolkstanzgruppen, das unter dem Ehrenschutz des Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung (LdU) Otto Heinek stand. Dem Landeswettbewerb und der Gala waren zwei regionale Vorentscheidungen vorausgegangen (das LandesratForum berichtete in den Ausgaben April und Mai im Detail darüber).

 Dabei hatten sich zwölf  Kindervolkstanzgruppen qualifiziert. 

Pünktlich um 13.30 mit dem Ertönen der Festfanfare begann das Programm. Nach dem Erklingen der Hymnen, der Begrüßung der Ehrengäste, darunter Emmerich Ritter, der parlamentarische Sprecher der Deutschen Nationalität, Josef Manz – in Vertretung der LdU, Vorsitzender des Kulturausschusses, des Bürgermeister Dr. Kalman Szente, den Vertretern des Landesrates und der Jury wurde Platz gemacht für die Hauptdarsteller dieses Tages – für unsere kleinen Künstler und Künstlerinnen aus allen Teilen des Landes. Herr Manz, in Vertretung von Otto Heinek, sprach die immer mehr werdenden Jugendlichen innerhalb der Ungarndeutschen Kulturbewegung an. Der Bürgermeister der Großgemeinde Schaumar Dr. Kalman Szente führte in seiner Begrüßungsrede an „….ein Volk lebt dadurch, dass es seine Traditionen, seine Bräuche, seine Sprache, seine Musik und Tänze ständig pflegt. Wir, Ungarndeutsche leben seit Jahrhunderten in Ungarnland.In den heutigen Zeiten müssen wir gegen andere Kräfte kämpfen: gegen die Verbreitung der niveaulosen Medienlandschaft, welche unsere Kinder der echten Werte des Lebens zu berauben versucht. Diese Veranstaltung soll dazu beitragen, unsere traditionellen Kulturwerte bei den Jugendlichen zu verbreiten und zu verwurzeln. Ich bin beeindruckt von der großen Anzahl der erschienenen Tanzgruppen, welche viel Zeit und Mühe geopfert haben, um teilweise Vergessenes aufleben zu lassen….“. Mit diesen Worten eröffnete er das Kindertanzfestival. 

Es folgten die Wertungstänze aller Tanzgruppen. 

Die ersten Tänzer waren die Nationalitäten Kindervolkstanzgruppe des Valeria Koch Schulzentrums aus Fünfkirchen unter Judit Mausz. Darauf folgte das Donauschwäbische Volkstanzensemble Werischwar in der Leitung von Katalin Ziegler, Szilvia und Júlia Mirk. Die „Maiglöckchen" Tanzgruppe der Grundschule Pannonia aus Budapest (Leiterung Edit Sóskuti) und die Saarer Tanzgruppe/ Kindertanzabteilung unter Péter Schweininger waren die nächsten Programmpunkte. Die Deutsche Nationalitäten Kindertanzgruppe aus Wemend (Etele Horváth) und die Kindervolkstanzgruppe aus Nimmesch (Frau Anikó Kramm-Mezei), die „Mrvice" Nationalitäten Kindervolkstanzgruppe aus Mohatsch mit ihrem Leiter Stipo Filakovič folgten darauf. Anschließend daran kamen die Kindertanzgruppe des Vereins der Takser Jungen Donauschwaben – Leitung Anna Galambos-Schuszter, die Edelstein Tanzgruppe aus Schaumar, geleitet von Maria Schokátz-Tallér sowie Eszter Horányi und die Ungarndeutsche Volkstanzgruppe aus Tschip (Leiterin Katalin Asók- Telek) auf die Bühne. Die aus Mohatsch kommende „Talpacskák" Nationalitäten Kindervolkstanzgruppe unter ihrem Leiter Stipo Filakovič war die vorletzte Gruppe, bevor die Tanzgruppe „Rozmaring" aus Taks mit ihrer Leiterin Andrea Winkler als letztes die Tanzfläche betrat.

Nun begann auch schon die Arbeit der Jury. Die Kinder in ihren bunten Volkstrachten boten gekonnt, mit Begeisterung und Schwung althergebrachtes und neu geschaffenes Tanzgut. Ihr Programm strahlte Freude und Zuversicht aus und riss die zahlreichen Zuseher immer wieder zu begeistertem Beifall mit.
Die Wertungsrichter, bestehend aus dem Vorsitzenden Gabor Agárdi, und Frau Ilona Huszák und Josef Apaceller hatten viel zu richten, wie man auch dann im Ergebnis sehen konnte.
In der Pause spielten die Schaumarer Musikanten unter Balint Buzás mit großer Freude für die vielen Gäste auf, dabei wurde auch das Tanzbein geschwungen. Nun kam es zum Höhepunkt des Tages, der Verkündungen der Ergebnisse. In einem großen Kreis umlagerten die jungen Tänzer das Parket und lauschten den Worten der Festredner.

Jeder Tanzgruppe wurde ein Geschenkpaket der Großgemeinde Schaumar überreicht, der Vorsitzende des Landesrates bedankte sich für die Arbeit und jede der zwölf Tanzgruppen erhielt eine schön gestaltete Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Festival.

Den Publikumspreis, überreicht von Bürgermeister Dr. Kalman Szente, erhielten die „Jungen Donauschwaben“ aus Taks. Den Ehrenpreis der Branauer Komitatsselbstverwaltung wurde zu geteilten Händen an die Tanzgruppen „Mrivce“ und „Valeria Koch“ Schulzentrum gegeben.

Die Saarer Jugendtanzgruppe, unter Peter Schweininger, erhielt den Ehrenpreis des Komitates Weissenburg aus den Händen des Vorsitzenden Johann Fuchs. Der Extrapreis des Komitates Pesth wurde von Magdolna Marlok-Cservenyi an die Tanzgruppe „Rosmarein“ aus Taks überreicht. Der Ehrenpreis der Städtischen Selbstverwaltung ging an die Tanzgruppe der Pannonia“ Grundschule.
Nun wurde die Festivalpreise übergeben. Der LdU wurden folgende Tanzgruppen für die die Gala der Landesselbstverwaltung vorgeschlagen:

Für das Jahr 2018 die Tanzgruppe des Valeria Koch Schulzentrums und die Tanzgruppe aus Taks. Für den Auftritt im Jahr 2017 die „Mrivce“ Kindertanzgruppe aus Mohatsch und für das Jahr 2016 die Kindervolkstanzgruppe aus Nimmesch. Außerdem erhielten sie noch den Festivalpreis (mit einem Geldbetrag dotiert) zugesprochen. Dort können sie sich alle vom Können dieser Jungen Tänzer überzeugen.

Die Überreichung der Urkunden nahm der Vorsitzende des Landesrates László Kreisz persönlich vor, assistiert vom Vorsitzenden der Jury und der Sektion Volkstanz des Landesrates Gabor Agárdi. Neben die Urkunden erhielten alle Tanzgruppen das von Ibolya Bura veröffentlichte Buch "A népművészet napszámosa. Keszler Maria eletútja es frasai“ in dem sie den Lebensweg der 90 jährigen Volkstänzerin, Folkloristin, Tanzpädagogin und Choreographin Maria Keszler nachzeichnete (mit zahlreiche Dokumente aus der Tanzbewegung).
In seiner kurzen Rede an die Tanzgruppenleiter erläuterte László Kreisz die schwierige Arbeit der Jury und bedankte sich dafür dass alle Tanzleiter die an sie gerichteten Worte bei den Vorentscheidungen berücksichtigt hatten, die sich auch in den Leistungen ihrer Schützlinge niedergeschlagen hat. An diesem Tag gab es keine Ersten oder Zweiten sondern nur Gute und einige etwas bessere Gute.
Wir gratulieren allen, die an diesem Fest teilgenommen haben und damit bewiesen haben, auf welch hohem Niveau bereits in den Kinderstufen getanzt wird. Diese Bewertung soll ihnen Ansporn sein, sich weiter zu vervollkommnen um beim nächsten Mal eventuell auch unter den "Ausgezeichneten" aufzuscheinen. Wir danken allen, die mitgewirkt haben, damit dieses Tanzfest zustandekommen konnte. In erster Linie den Tanzgruppen, ihren Leitern und Lehrern, den Eltern der Kinder, die einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu geleistet haben. Unser besonderer Dank geht an Frau Magdolna Marlók für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sowie die große Unterstützung, die wir vom "LandesratForum" für unsere Arbeit von ihr erhielten.
Nur eine kurze Anmerkung am Rande: Im Bereich der Tanzkultur schein bei den deutschen in Ungarn alles in Ordnung zu sein und der Nachwuchs gesichert. Wegen der deutschen Sprache kamen mir einige Zweifel auf. Untereinander sprachen die Kinder, die ja im Kindergarten und in der Schule am Deutschunterrich teilnehmen fast ausschließlich ungarisch. Sollte es nicht unser Bestreben sein unsere Kinder zu veranlassen auch außerhalb der Schule und untereinander Deutsch zu sprechen – und wenn es nur dazu dient die Deutschkentnisse zu festigen. Ohne Übung geht es nicht. Wenigstens wurden die Ansprachen und die Ansage zum Programm in Deutsch gehalten.


Dankenswerterweise wurden das Galaprogramm von der LdU - Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, von der örtlichen und den Deutschen Nationalen Selbstverwaltung unterstützt - die auch die Arbeit vor Ort ganz hervorragend gelöst haben. Unterstützung kam auch vom „EEM“ Ministerium für Humane Ressourcen, der nationalen Kulturstiftung (NKA) und dem BMI. Und nicht zuletzt vom Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen.